Dicke Spinnweben spannen sich um Kreuze; in Ecken und im
Inneren der Familiengrüfte sammelt sich trockenes Laub. Das Fensterglas vieler Krypten
ist zerbrochen, während durch die staubigen Scheiben der anderen vertrocknete
Blumensträuße zu erahnen sind. Zwischen den Gräbern schleichen still ein paar Katzen
umher. Sind sie die heimlichen Wächter des Friedhofs? Vor allem in Eingangsnähe
streunen die Tiere herum oder dösen auf Steinbänken und Grabtafeln, vielleicht
um im Blick zu haben, wer diese Nekropolis betritt. Auf die Straße, in die Welt
außerhalb des Cementerios scheint es sie nicht zu locken. Es ist, als markiere
das Eingangsportal eine unsichtbare Grenze, als ob irgendetwas sie in der stillen
Welt der Gräber zurückhielte...
Die verwunschene Stimmung des Cementerio
de Recoleta wird aber rasch unterbrochen, wenn unter lauten Rufen der
Begeisterung eine Schar amerikanischer Touristen mit ihrem Reiseführer vorbeirauscht,
um das Grab der Eva Duarte - besser bekannt unter dem Namen "Evita" -
zu besuchen. Und hinter den Türmchen und Kreuzen der Grüfte blitzen regelmäßig
die Fassaden moderner Wohnblocks oder hausfassadenbedeckende Werbeplakate auf.
Eingeweiht wurde der Friedhof von
Recoleta im Jahr 1822 und war der erste öffentliche Friedhof von Buenos Aires.
Auf dem mehr als 50.000 Quadratmetern umfassenden Gelände befinden sich 4800
Krypten, die zum Teil noch heute als Familiengrabstätten genutzt werden. An
architektonischen Stilen findet man hier alles Erdenkliche vor: Protzige
Jugendstilgrabmäler stehen neben neoklassizistischen Bauten aus Carrara-Marmor,
verschnörkelte und engelbewehrte Krypten neben nüchtern-glatt gehaltenen.
Fotogalerie - Spaziergang durch die Nekropolis:
Totenruhe:
Stille Straßen:
Totenhäuser:
Verschlossene Pforten:
Stadt der Engel:
| Ein Schelm der Böses dabei denkt: Naseborhrender Engel?? |
Kreuz und quer:
Schattenspiele:
Totenwächter:
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen