Haltestelle Ecke
Perú/ Carlos Calvo:
Der colectivo braust heran, ich hebe meinen
Arm, der Bus hält, mit einem Zischen öffnen sich seine Türen. Ich steige ein, sage
dem Busfahrer "uno veinticinco"
( $1,25 Pesos) und bezahle mit meiner elektronischen SUBE-Karte.
Der Busfahrer:
Für einen kurzen
Plausch ist immer Zeit - mit einem Kioskbesitzer, einem Bekannten am
Straßenrand, dem Fahrer des Busses, der neben uns an der roten Ampel hält.
Die Passagiere:
Andere Fahrgäste
werden grundsätzlich wenig beachtet, jeder starrt vor sich hin oder aus dem
Fenster, es wird auf dem iPod Musik gehört oder das gesamte Register an Handyklingeltönen
durchprobiert. Alten Leuten bietet man für gewöhnlich keinen Sitzplatz an,
Eltern mit kleinen Kinder aber unbedingt.
Aussicht:
Eine Kirche: Die Frau neben mir schlägt blitzschnell ein Kreuz, als sie der Kirchtürme gewahr wird.
Ein Eckcafé: Leute
beim Frühstück, ein selbstvergessener Zeitungsleser am Fenster, ein Mann
erzählt einer Frau etwas mit lebhaften Gesten.
Ein Fenster in einer
Erdgeschosswohnung: Hinter den halbzugezogenen Vorhängen sitzt Tag für Tag eine
weiße Katze; manchmal beobachtet sie die Straße, gerade schläft sie.
Der Sitz der politischen Gruppierung La Campora: das Präsidenten-Ehepaar Kirchner ist in Schwarz-Weiß an die Hausfassade gepinselt, aus einer Klappe in der Tür schaut ein aufgweckter Hundekopf mit Hängeohren und -backen.